Lebensräume

In Lebensräumen blüht das Leben ganz von selbst.

Lebewesen brauchen ein Zuhause nah am Wasser, an Energiequellen und Nährstoffen. Nachbarschaft zu anderen Lebewesen und Pflanzen ermöglicht den Austausch von Ressourcen, Kommunikation und Schutz. Sind die Räume durchlässig, können sich die Lebewesen dorthin bewegen, wo sie am meisten aufblühen. Je vielfältiger die Räume, desto stärker blüht das Netzwerk auf, ob im Korallenriff oder auf dem Marktplatz. In lebendigen Räumen verhandeln wir unsere Sichtweisen, lassen unserer Kreativität freien Lauf, bilden starke Gemeinschaften.  

Mit welchem Gefühl werden die Menschen wohl einst auf die heutigen Räume zurückschauen?

Die Menschen lebten in einem System, das Leben aus den Räumen vertrieb. Die Distanzen wurden grösser. Die Menschen brauchten mehr Energie für die Überwindung statt die Gestaltung von Raum. Ob Betonwüsten oder Zersiedelung, Monokulturen oder Massentierproduktion: Sie trennten Menschen von Pflanzen, Menschen von Menschen, Pflanzen von Pflanzen, Tiere von Tieren. Sie verwendeten Raum als Marktware und Machtinstrument, privatisierten, kommerzialisierten, schränkten die Gestaltungsfreiheit ein und schlossen Menschen aus. Ohne vielfältige gemeinsame Räume war es damals schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden.